Navigationen überspringen, zum Seiteninhalt

Was bedeutet Palliativmedizin?

Der Begriff „palliativ“ leitet sich von dem lateinischen Wort „pallium“ ab und bedeutet Mantel oder Umhang, der wärmt und beschützt.
Palliative Medizin zeichnet sich durch Achtsamkeit, Obhut und Fürsorge aus. Es geht nicht mehr darum eine Krankheit heilen zu wollen, sondern quälende Symptome der verschiedensten Art zu lindern. Statt Lebensverlängerung um jeden Preis, steht die Schaffung von Lebensqualität für die verbleibende Lebenszeit im Vordergrund.
Der Mensch in seiner Ganzheit steht im Mittelpunkt aller Bemühungen, so dass auch seinen seelischen, spirituellen und sozialen Nöten Aufmerksamkeit geschenkt wird und dafür Hilfen angeboten werden. Diese ganzheitliche Betreuung des Patienten schließt auch die Unterstützung der Angehörigen und Freunde mit ein.
Nach erfolgreicher Symptomlinderung und Schaffung eines Mindestmaßes an Lebensqualität kann der Patient wieder in das vertraute häusliche Umfeld entlassen werden. Dort wird er von palliativmedizinisch versierten Hausärzten, Mitarbeiter/- innen der Brückenpflege und ambulanten Pflegediensten weiter unterstützt.
Auf Wunsch des Patienten ist in der allerletzten Lebensphase auch eine Betreuung in einem stationären Hospiz möglich.

Was ist der Unterschied zwischen einem Palliativzentrum und einem Stationären Hospiz? 

Das Palliativzentrum ist Teil einer Akutklinik und verfügt somit über alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten. Ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Psychologen, Sozialarbeitern, Seelsorgern und Kunsttherapeuten arbeitet eng zusammen, um eine für die Patienten und deren Angehörigen bestmögliche Betreuung und Behandlung zu realisieren.  Die vorrangigen Ziele bei einem ca. 10 – 14 tägigen stationären Aufenthalt sind Symptomlinderung, Stabilisierung der Gesamtsituation und eine spätere Entlassung nach Hause, in ein Hospiz oder in eine andere stationäre Pflegeeinrichtung. Aber auch ein Verbleiben in der Sterbephase ist möglich.
Kostenträger sind die gesetzlichen bzw. privaten Krankenversicherungen. Eigenmittel für diese Behandlung sind nicht erforderlich.

Das stationäre Hospiz ist meist eine bauliche, organisatorische und wirtschaftliche eigenständige Einrichtung mit 6-10 wohnlich eingerichteten Einzel- oder Doppelzimmern. Hier werden Patienten ausschließlich in der allerletzten Lebensphase (Tage bis Wochen) aufgenommen, die zu Hause aufgrund des hohen pflegerischen Aufwands oder des Fehlens oder der Überforderung von Angehörigen nicht ausreichend versorgt werden können. Die qualifizierte pflegerische Betreuung und menschliche Zuwendung stehen hier im Vordergrund, die ärztliche Versorgung erfolgt durch einen Hausarzt, der nur bei Bedarf tätig wird. Das Konzept Palliative Care findet auch in einem stationären Hospiz Anwendung. Ziel ist es, den Menschen ein würdevolles, angst- und schmerzfreies Sterben zu ermöglichen.
Die Kosten werden zu einem Teil von den gesetzlichen bzw. privaten Krankenversicherungen und zum anderen Teil von der Pflegeversicherung übernommen. Träger von stationären Hospizen sind zumeist gemeinnützige Vereine, aber auch Kirchen oder Stiftungen.

Die Maxime beider Einrichtungen, Palliativzentrum wie Stationäres Hospiz. lautet:

„Nicht dem Leben mehr Tage geben,
sondern den Tagen mehr Leben“
 
Dame Cicely Saunders (1918-2005)

 

Seitenende erreicht, zum Seitenanfang